Archiv der Kategorie 'Vernichtungssehnsüchte'

Feste feiern, wie sie fallen

Ich muss ja zugeben, mir gefällt die vom Büro für antimilitaristische Maßnahmen / DFG-VK Berlin-Brandenburg initiierte Kampagne:

Humor, dazu auch noch ziemlich schwarzer, ist innerhalb der linken Szene ja eher ein No-Go, da wirkt sowas gerade zu erfrischend. Und verfehlt zudem auch nicht seine Wirkung. Bei studivz gibt es eine Protestgruppe mit fast 20.000 weinenden Deutschen und die Presse ist auch hochgradig empört über derlei Geschmacklosigkeiten. Hier und dort dürfen dann auch mal Bundis zu Wort kommen, um ihr merkwürdig verqueres Weltbild zur Schau zu stellen:

»„Ekelerregend“ nennt Stefan Quandt, Leiter des Studentischen Konvents den Aufruf und die BamM-Homepage. „Die Internetpräsenz verleumdet in unerträglicher Art und Weise die im Einsatz gefallen Kameraden und Kameradinnen“, sagt Quandt. „Wer die Opfer von Terrorismus verunglimpft, stellt sich auf eine Stufe mit den Attentätern des 11. September 2001“, so der Oberleutnant.«

Soso, wir lernen: Wenn Terroristen mit gekaperten Flugzeugen in Hochhäuser fliegen und dabei tausende Zivilist_innen töten, ist das in etwa dasselbe, als wenn deutsche Soldat_innen während Kampfhandlungen im Kriegseinsatz sterben. Und wer es dann auch noch verweigert, um unsere stolzen Kämpfer_innen für Friede, Freude, Eierkuchen zu trauern, der ist sowieso schon quasi Terrorist_in. Deutsche Opfer überall, aber das kennt man ja.

Schule ohne Rassismus?

Beim erzwungenen surfen durchs Netz (aka Arbeit) bin ich über diese tolle Schulhomepage gestolpert. Unter Aktuelles findet sich dann ein Bericht zu „Schule ohne Rassismus – Tag 2″, welcher uns folgendes mitteilt:

»Heute haben wir geklaut. Uns interessierte wie viele Personen eingreifen würden, wenn jemand etwas mitgehen lässt. Wir suchten in Bölieskastel verschiedene Geschäfte auf und inszenierten einen Diebstahl (natürlich weihten wir vorher die Verkäufer ein und gaben die ‚gestohlenen‘ Waren auch wieder zurück.) Angeblich bemerkte niemand etwas von unseren Diebstählen. Bei NKD wurden wir dann ganz dreist. Wir steckten GANZ OFENSICHTLICH Dinge ein und NAHMEN DEN kUNDEN SOGAR DIE WARE ‚AUS DER HAND‘ UND STECKTEN DIESE VOR DEREN AUGEN EIN! Als wir das Geschäft verließen war unser Rucksack prall gefüllt. Nur ein Kunde hatte die Verkäuferin auf unsere Diebstähle aufmerksam gemacht.
Später inszenierten wir noch eine Prügelei auf dem Marktplatz. Sofort wurden wir von einer Menschenmenge umringt. Viele drohten mit der Polizei. Nur ein älterer Mann griff ein und riss uns auseinander. Als wir ihn später fragten, warum er eingegriffen hatte antwortete er: „Bei sowas greife ich immer ein.“

Es ist deprimierend zu sehen, wie wenige Passanten eingegriffen haben und wie viele „nichts gesehen“ haben.«

Ich hätte das ja durchaus begrüßt, wenn sie tatsächlich geklaut hätten, aber was nun so eine empörte, moralingetränkte „Kritik“ des Klauens mit Rassismus zu tun hat, bleibt mir absolut schleierhaft…

Dumm, dümmer, Broder

»Bei einer Lesung in Wien stand einmal ein Rabauke auf und sagte: „Ich bin vollkommen Ihrer Meinung, Herr Broder, wir sollten die Ausländer alle nach Hause schicken!“ Ich antwortete: „Das ist eine prima Idee. Aber vorher machen wir eine Generalprobe. Wir bitten alle Migranten, einen Tag lang zu streiken. Der türkische Müllfahrer, die ceylonesische Krankenschwester, die ukrainische Prostituierte – sie alle sollen nur einen Tag streiken. Und am nächsten Tag reden wir noch einmal über die Idee, alle nach Hause zu schicken.“«

Darf das Pack also bleiben, solange es noch einen Zweck erfüllt, wie gütig…

Du kommst mir bald ins Gulag

fernsehkritik.tv, von dem hier oder dort schon geredet wurde, ist sowieso schonmal schlecht, was von Inhalten erstmal vollkommen abstrahiert, am untergründigen Moderator liegt. Holger Kreymeier , der Verantwortliche für den Schund, ist auch noch inhaltlich eine Null.


Holger Kreymeyer, von Berufs wegen Idiot.

In Folge 21 seines »satirisch-kritischen« Magazins macht der Gute es sich zum Auftrag den schwulen Fernsehsender TIMM zu kritisieren.
Ein »televisionäres Ghetto« will man entdeckt haben, dabei sind sie ja gerade ein Stück weit integriert worden in diese Gesellschaft.
Istanbul kommt auch vor, als »neues Homo-Mekka, oder was?« Denn wir wissen ja alle, bei den schwuchtelsteinigendenden Museln da unten da kann es ja gar kein echtes »Homo-Mekka« geben, das haben schön Berlin, London, San Fransisco oder Köln zu sein. Istanbul ist keinen Besuch wert, zumindest nicht für für den Durchknaller von fernsehkritik.tv.
Rechtfertigen kann Kreymeier sich auch, für das und seine Fans, die mal eben fast so durchgeknallt sind wie der große Chef selber, gibt es ein Forum. Und da verlautbart der gute alte Herr:

»Ich habe bewusst darauf verzichtet, den Off-Sprecher zu machen und stattdessen eine „schwulere“ Stimme dafür verpflichtet – eigentlich wollte ich es damit authentischer machen.«

und:

»Ich habe hier nicht »das dümmliche Klischee der Schwulensprache« zementiert, denn der Sprecher des Beitrags ist tatsächlich schwul… im Gegenteil wendet sich der Beitrag ja gerade gegen das Zementieren von Klischees.«

Weil sich da 2 Idioten gefunden haben und der eine davon sogar noch schwul ist, ist das zementieren von Klischees gegen das zementieren von Klischees natürlich absolut nachvollziehbar …und Krieg ist Frieden.
Wichtig ist natürlich auch der Hinweis, dass nicht irgendwelche »Schwulen« dort einen Sender gegründet haben, sondern DIE Schwulen. Die Schwulen, auf die WIR Heten jetzt endlich ein Stück zugekommen sind, aber dieses undankbare Pack kapselt sich stattdessen wieder ab- in’s »televisionäre Ghetto«… Konstruktion eines homosexuellen Bodyminds oder biologisieren nennt man sowas für gewöhnlich, aber das wird ja auch an anderer Stelle schon vorgeführt, wo man einen Sender für Homosexuelle mal eben in eine Linie mit einem Sender für Menschen mit blauen Augen oder lockigen Haaren gestellt hat. “So klappt das bestimmt mit der gesellschaftlichen Anerkennung” ist der lapidar-ironische Kommentar des Off-Sprechers, also mit anderen Worten: Wenn Schwule diskriminiert werden, sind die jetzt wieder selbst schuld, was gründen die auch so einen Sender?
Zum Thema Ghettobildung und Randgruppen haben aber natürlich auch die User_innen ihre Sachkenntnis unter Beweis zu stellen.

»Ich muss auch sagen, dass das absolut treffend war. Einiges im Fernsehn erinnert nämlich wirklich an das dritte Reich wie zum Beispiel die öffentliche Diskriminierung und Benachteiligung von Randgruppen (heute eben Airsoftspieler und andere), oder eben auch dieser Stylomat, der auf den Leuten »Den perfekten Menschen« machen soll.«

Softairspieler, die sich übrigens auch gerne in Ghettos abgrenzen und das ganze dann Spielfeld nennen, sind quasi die Juden von heute, der ewige Antisemit mittlerweile zum Antisoftairismus übergetreten.
Keine Angst. Kreymeyer weiß, denen die Tag für Tag unter der Homophobie, nein die gibt es ja nicht, Kreymeyer weiß denen, die sich echt nicht integrieren wollen zu helfen:

»Ich würde dir zu etwas mehr Selbstbewusstsein raten anstatt hier herumzujammern!«

Was der aus dem Trend gekommene Zyniker Broder mal über den BildBLOG verlauten ließ bekommt in Bezug auf Kreymeyer und seine Kretins von Anhänger_innen direkt einen Hauch von Wahrheit:

»Und Niggemeier treibt es nicht mit sich allein. Einige zehntausend Afficionados, die nicht einmal eine gelesene BILD aus der U-Bahn mitnehmen würden, besuchen regelmäßig den BILDblog, um sich darüber zu informieren, was ihnen so zuwider ist wie einem Vegetarier eine Portion Tartar. So wichst zusammen, was zusammen gehört.«

Aber schließen wir mit seinen Worten, »doch noch schlimmer als eine Schneebrettlawine ist ein Brett vorm Kopf beim Moderieren.«
♥Tekknoatze und kuchen

Alles beim Alten…

„Wer ist besser als Vincent Raven?“ schallte es mir gestern aus dem Fernseher entgegen. Ich dachte nur „ist doch völlig wurst“, wurde dann aber aufgrund des Wunsches meines Mitbewohners genötigt, diese Qualitätssendung zu schauen. „Zauber“tricks auf niedrigstem Niveau, aber den Pöbel scheint es zu erfreuen.

Nichtsdestotrotz kann ich euch heute hier schon exklusiv den Gewinner der 2. Staffel von „The Next Uri Geller“ präsentieren. Nach »Vincent Raven gegen Deutschland«

…kommt jetzt »Rouven gegen Deutschland«!

Irgendwie möchte ich mich gerade selber für diesen Kalauer schlagen. :D

PS: Es gilt weiterhin folgendes.

Wenn Dummheit weh tun würde…

Sara Flounders vom International Action Center in New York verwies darauf, daß die Hamas eine in der palästinensischen Bevölkerung verankerte Massenorganisation ist. Im Westen werde sie dagegen als terroristische Organisation diffamiert und verfolgt. »Es tut weh, wenn man die Lügen der israelischen Armee, der US-Regierung und der EU-Politiker hört«, so Flounders. »Wenn US-Präsident George W. Bush die Israelis unterstützt, wissen wir, daß sie mit ihren Kriegsgründen lügen wie er mit der Mär von Massenvernichtungswaffen beim Angriff auf den Irak 2003.« Die Palästinenser hätten das Recht auf Widerstand, das Recht, Raketen abzufeuern und Tunnel zu graben. Die Palästinenser würden sich mit den vorhandenen Mitteln wehren wie die Vietnamesen gegen die US-Armee und die Juden im Warschauer Ghetto. »Gaza ist das Warschauer Ghetto heute«, sagte Flounders unter Zustimmung des Auditoriums.

Im Nahen und Mittleren Osten nähmen alle progressiven Kräfte am Widerstand teil, doch tragend seien häufig religiöse Gruppen. Dies gelte es zu realisieren und zu respektieren, forderte die US-Aktivistin. »Wir müssen die fortschrittlichen Organisationen in der Region unterstützen, ohne uns von den islamischen zu distanzieren.« Antiimperialismus und Gegenwehr heute heiße, »alles zu unterstützen, was die USA und die NATO schwächt«, so Flounders. Unter anhaltendem Beifall forderte sie, »wir müssen die Intifada zu uns nach Hause bringen und eine Kampagne zum Boykott Israels starten«. [Hervorhebungen von mir; kuchen]

Merken solche Menschen eigentlich noch irgendwas?

»Bomber Harris, do it again!«


Bitte auf die Halle, in der diese Uri Geller Show gerade aufgenommen wird. :o