Die Bahamas spricht, der Pöbel folgt

Nach den Vorfällen rund um das internationale Zentrum B5 in Hamburg und der von den dort ansässigen Antisemiten verhinderten Filmvorführung von Claude Lanzmanns „Warum Israel“ schlagen die Wellen ja relativ hoch. Selbst die bürgerliche Presse fühlt sich bemüßigt, darüber zu berichten, wenn auch mit eher zweifelhaftem Erkenntnisgewinn:

»Und er lebt fort, in Nachbarschaftskriegen zwischen Verbalradikalen, bei denen der Hass auf die „anderen“ Linken auch mal so blind wird, dass er sich als Hass auf die Juden artikuliert.«

Dem Vorfall folgte natürlich eine Stellungnahme zu der von Kritikmaximierung Hamburg und B-Movie geplanten Filmvorstellung, welche vom who-is-who der antideutschen Gruppen Deutschlands und sonstigen Zusammenhängen, die sich irgendwie Israel verbunden fühlen oder zumindest was gegen Antisemiten haben, unterschrieben wurde. Leider haben die Antideutschen in dem Fall die Rechnung ohne die Bahamas gemacht und schon unterschrieben bevor das antideutsche Zentralorgan seine Stellungnahme dazu veröffentlicht hat. So können wir der Bahamas danken, dass sie doch tatsächlich den Skandal schlechthin in diesem Aufruf entdeckt hat: Die bekennen sich ja gar nicht bedingungslos solidarisch zu Israel. So eine Schande. Und weigern sich dann tatsächlich noch gemeinsame Sachen mit Bullen und Justiz zu machen. Conclusio daraus kann natürlich nur sein, dass das auch alles Antisemiten sind. Oder in der Sprache der bahamitischen Wahnwelt:

»Auch ist es keineswegs unerträglich, sondern in der Natur der linken Sache liegend, „dass Linke sich als antisemitischer Kampftrupp formieren“.«

Alles Antisemiten, ausser Mutti! Nun könnte man erwarten, dass halbwegs denkende Menschen derartigen Schwachsinn einfach ignorieren, aber scheinbar fühlt man sich als guter Antideutscher in seiner Ehre gekränkt, wenn die Bahamas einen disst. So erfahren wir von der Antideutschen Gruppe Hamburg, dass die Bahamas – bis auf Detailfragen – zwar prinzipiell recht habe, aber die doch mal hätten konstruktiver sein können und so eine „falsche“ Stellungnahme doch besser als gar keine ist. Immerhin stellen sie richtig fest, dass der einzige Grund für das Interesse der Bahamas an dem Vorfall der grassierende Philosemitismus innerhalb der Redaktion ist.
Den Vogel in dieser antideutschen Selbstzerfleischung hat allerdings der [a:ka] Göttingen abgeschossen. Es ist schon eine massive Denkleistung, einfach nur die Grütze der Bahamas unreflektiert nochmal vorzukauen; die gleiche Grütze nochmal vorzukauen und dabei die dummen Kritikpunkte der Bahamas noch dümmer darzustellen, ist allerdings eine Glanzleistung sondergleichen:

»So sehr ihnen nun wortreich die Solidarität angeblich entzogen wird, so sehr bleibt die alte linke Regel in Kraft, die solchen Erklärungen Hohn spricht: Keine Polizei. Wenn man fragen würde sicherlich deshalb, weil Linke mit den Trägern des Gewaltmonopols nicht zusammenarbeiteten. So soll eine staatskritische Haltung demonstriert werden, heraus kommt aber schon deshalb nur Selbstbetrug, weil Staatskritik als Haltung nicht zu haben ist: Niemand in der bürgerlichen Gesellschaft entkommt dem ’stummen Zwang der Verhältnisse‘, indem er sich weigert, die Polizei zu rufen.«

„Ihr wollt doch nur dichten“, würde Karl Held vermutlich sagen und hätte damit vollkommen recht. Interessierte Kritik der besonderen Art. Dass es daran liegen könnte, dass es selten gut ausgeht, wenn Linksradikale sich in linksradikalen Belangen an die Bullen wenden, wen interessierts? Hauptsache mal wieder seinen Rechtsstaatsidealismus ausgelebt (ist das als Anti-D überhaupt legitim? Sich dem deutschen Staat anbiedern? Böse böse). Ansonsten die gleiche Leier wie bei der Bahamas: Alles Antisemiten, überall!

Halbwegs richtige Gründe die vorliegende Stellungnahme von Kritikmaxmimierung Hamburg und B-Movie nicht zu unterschreiben, liefert übrigens erstaunlicherweise die Rote Flora.


12 Antworten auf “Die Bahamas spricht, der Pöbel folgt”


  1. 1 phex 06. Dezember 2009 um 16:39 Uhr

    ob jemand die Polizei ruft wenn es dazu eine Gelegenheit gibt ist scheinbar der neue Lackmustest der Linken. :)

  2. 2 DUMM 06. Dezember 2009 um 17:30 Uhr

    Schweige der Antisemit Phex! Und du, „Kaffee und Kuchen“, schäme dich und geh‘é in dich! Bekämpfe den deutschen Antisemiten in dir!

  3. 3 cosmojl 07. Dezember 2009 um 13:17 Uhr

    @ phex:
    viel mehr ist der lackmustest doch ob jemand in der lage ist sich über den linken schwachsinn hinwegsetzt, der sich weigert mit der polizei zusammenzuarbeiten, und zwar nur aus dem grund, dass man selbst linker und die polizei die polizei ist.

    wie es übrigens in dem beitrag hier auch ganz gut vorgeführt wird:
    „ass es daran liegen könnte, dass es selten gut ausgeht, wenn Linksradikale sich in linksradikalen Belangen an die Bullen wenden, wen interessierts?“
    achja die antisemitisch motivierte verhinderung einer filmvorführung ist jetzt also ein „linksradikaler belang“.

  4. 4 kuchen 07. Dezember 2009 um 13:38 Uhr

    achja die antisemitisch motivierte verhinderung einer filmvorführung ist jetzt also ein „linksradikaler belang“.

    Ob die B5 nun noch als links gilt, ist mir relativ egal. Der Punkt ist, dass es, wenn man sich mit sowas an die Justiz wendet, für die Justiz ein Streit innerhalb der linksradikalen Szene ist (egal ob du die B5 nun weiter als links betrachtest oder nicht) und dementsprechend werden dann sowohl Angeklagte als auch Kläger behandelt.

  5. 5 phex 07. Dezember 2009 um 16:54 Uhr

    kuchen hat es quasi schon gesagt. Es gibt auch andere Gründe nicht mit der Polizei zusammenzuarbeiten außer dem, dass man selber ja links ist und deswegen Staat und Bullen böse sind.

    Die Polizei macht letztlich was sie für richtig hält und nicht was du möchtest was sie tut. Es fällt also genauso der Kläger und seine, wie es so schön heisst, Zusammenhänge in den Blick der Polizei und das ist für sie nicht unbedingt uninteressant. Wenn die Bullen gekommen wären, hätten die bestimmt nicht nur die Personalien der Menschen aufgenommen welche zugeschlagen haben. Die anderen sind ja Zeugen und wer weiss was die so getan haben also wären eventuell erstmal fleissig Namen und Adressen gesammelt worden.

    Nur weil man selber meint, man sei ja nicht mehr so revolutionär und der Staat will einem bestimmt nichts böses heisst das nicht, dass seine ausführenden Organe das genauso sehen.

  6. 6 ♥Tekknoatze 08. Dezember 2009 um 23:19 Uhr

    Ihr versucht doch nicht etwa meiner Lieblings Charaktermaske des antideutschen Elends Vernunft einzubläuen? Bei manchen Wänden geht nur der Kopf nicht aber die Wand kaputt.

  7. 7 cosmojl 09. Dezember 2009 um 15:26 Uhr

    word, atze, word…
    und phex das die polizei natürlich nicht macht, was ich will das sie macht, ist schon auch eher ne banale erkenntnis.
    das heisst aber nicht, dass die weil die ja so willkürleich seien, plötzlich sowas wie das hausrecht (wäre es denn mal genutzt worden) nicht mehr respektieren.
    es ist einfach völliger schwachsinn und vielleicht auch einfach der paranoide alltag der hamburger linken, dass man sich für so wichtig hält, dass die polizei immer ihre priorität in der sabotage und auslechtung der eigenen strukturen hätte.
    aber naja wenn man sich stattdessen lieber an die gesamtlinke als instanz wendet, hat man bestimmt auch mehr erfolg und so

  8. 8 DUMM 09. Dezember 2009 um 15:57 Uhr

    das heisst aber nicht, dass die weil die ja so willkürleich seien, plötzlich sowas wie das hausrecht (wäre es denn mal genutzt worden) nicht mehr respektieren.

    Wo Kamerad Cosmo Recht hat, hat er Recht!

  9. 9 DUMM 09. Dezember 2009 um 15:59 Uhr

    Ich bin auch für Polizeieinsätze! Mit der deutschen Polizei zur Emanzipation, Richtung Cömmünísmús!

  10. 10 A.M.P. 09. Dezember 2009 um 19:21 Uhr

    Ach Cosmojl, überlege doch einfach mal, bevor du wieder Blödsinn erzählst. „das heisst aber nicht, dass die weil die ja so willkürleich seien, plötzlich sowas wie das hausrecht (wäre es denn mal genutzt worden) nicht mehr respektieren.“ Seit wann argumentieren KommunistInnen im Namen des Eigentums? Dieser Sachverhalt wäre mir neu. Die Polizei soll also die Antisemiten abführen und vor Gericht zergeln, dann ist die kleine Welt des Cosmojl wieder in Ordnung. Mit dir ist definitiv Staat zu machen!

  11. 11 IdrawESCAPEplans 11. Januar 2010 um 9:50 Uhr

    ganz guter diskussionsbeitrag zu dieser debatte:

    „3. Wenn „linkes Regelwerk“, wie „Anna & Arthur halten`s Maul!“, nicht mehr dem Individuum genügt, ist es nutzlos und zu überdenken. Wenn dem einzelnen Menschen Unterordnung aufgezwungen wird zum konstruierten Wohle eines „großen Ganzen“, hier „die Linke“, ist jeder emanzipatorischer Anspruch bereits begraben und zur sinnfreien Parole verkommen. Bevor das Individuum durch Regelwerke gebrochen wird, fordern wir das brechen der Regelwerke!

    4. Wir finden es in diesem Sinne anmaßend für die Betroffenen zu entscheiden wie sie die Situation im Einzelnen bewertet haben, wie sehr sie Angst haben/hatten und wie sehr sie sich bedroht fühlen bzw. gefühlten haben. Gerade diese individuelle Perspektive sollte aber im Zentrum der Betrachtung stehen. Wir Respektieren daher die Entscheidungen der Betroffenen, ob sie nun Aussagen gemacht haben oder nicht. Wir werden keine erniedrigenden Rechtfertigungen und Einzeldarstellungen verlangen. Den Betroffenen gilt unsere bedingungslose Solidarität.“

    quelle: http://nkotb.blogsport.de/2007/07/23/erklaerung-des-antifa-infoportal-magdeburg/

  12. 12 Rothschiss 20. Januar 2010 um 14:08 Uhr

    Antideutscher Pöbel gehört erschossen, so viel dummes Gesülz ohne Substanz, oh nee.
    Selbst wenn man 3h Artikel dieser Demagogen liest findet sich kein Anhaltspunkt wenigstens Mitleid zu haben.

    Wohlstandskinder vs. Klientelpolitik

    8-|

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