Uni ist doch kacke…

Bisher war ich ja doch (positiv) überrascht vom Antisemitismus-Seminar an meiner Uni, aber was da heute abging. Reduktion von Auschwitz auf einen Genozid wie jeden anderen, die Deutschen im NS-Regime haben durch die Bank weg nur Befehle ausgeführt aus Angst oder dergleichen und waren natürlich keine Antisemiten und schlußendlich dann noch die Herstellung einer Kontinuität zwischen NS-Regime und Israel. Bravurös. Exemplarisch für derlei Dummheit auch die Aussage am Ende, dass Israel kein Existenzrecht hätte, weil dann könnte ja jede Religion ankommen und einen Staat gründen. 1a; und Deutsche und Franzosen etc. sind natürwüchsige Völker, bei denen – so von der Natur her – eine Staatsgründung absolut legitim ist. Blut und Boden ftw!
Positiv anzumerken sei hier trotzalledem der Dozent der Veranstaltung, der sich nicht zu derartigen Aussagen hat hinreißen lassen, sondern dem (links)deutschen Pöbel weitesgehend Paroli geboten hat…


11 Antworten auf “Uni ist doch kacke…”


  1. 1 lipstick.Israel 19. Januar 2009 um 19:51 Uhr

    ist doch meistens so, dass die studies irgendwelche scheiße behaupten, weil sie denken, sie müssten die gelernten theorien mal ordentlich anwenden und ordentlich kritisch sein und wissenschaftlich spielen.

    wer aber eine ahnung vom thema hatte, war der dozent.

    p.s: ich mag deinen background, und das layout genrell sowieso.

  2. 2 kuchen 19. Januar 2009 um 20:55 Uhr

    Danke.

  3. 3 Hansinger 20. Januar 2009 um 14:17 Uhr

    Ich frag mich nur was solche Leute(Studenten) bei solchen Veranstalltungen suchen?
    Verwirrtes Volk!

  4. 4 ♥Tekknoatze 20. Januar 2009 um 15:09 Uhr

    Echt mal, ich als Studentin lieg ja den ganzen Tag nur im Bett und mach mir Sorgen um die Abendplanung.

  5. 5 lahmacun 20. Januar 2009 um 15:36 Uhr

    wieso (links)deutsch? verstehen die sich als linke? blut&boden klingt nicht links, das alles klingt nicht nach ner linken israel‘kritik‘ bzw nach ner allgemeinen staatskritik, die sich in dem fall auf israel beziehen würde.

  6. 6 kuchen 20. Januar 2009 um 17:47 Uhr

    Da versteht sich der Großteil schon als links, bei einigen Personen weiß ich es auch defintiv (sind ja immerhin meine Kommilitonen, ganz vermeiden kann man da Kontakt nicht :D ), zumal das „links“ mit Absicht in Klammern stand, um den Umstand zu markieren, dass ich nur bei einigen Personen definitiv weiß, dass sie sich als politisch links verstehen.
    Blut und Boden war meine Interpretation der Tatsache, dass da tatsächlich wer eine Unterscheidung zwischen legitimen Staaten (mit richtigem Volk und so) und nicht-legitimen Staaten (Israel, weil Juden kein Volk, sondern nur Religionsgemeinschaft) vornehmen wollte und das Ganze nicht in einem Kontext allgemeiner Staatskritik geschah oder in dem Wissen über das Konstrukt Volk, sondern weil betreffende Person vermutlich tatsächlich der Meinung war, Völker seien irgendwas naturgewachsenes/dem Menschen immanentes, was ich dann polemisch überhöht einfach mal unter „Blut und Boden“-Ideologie subsumiert habe.

  7. 7 lahmacun 20. Januar 2009 um 17:58 Uhr

    ja, das hätte ich auch so aufn punkt gebraucht. allerdings ist das nicht mal ansatzweise ne linke position.
    sowas würde man sich – in österreich – vom ring freiheitlicher studenten (fpö) erwarten.

    bei einigen Personen weiß ich es auch defintiv

    und die quatschen auch so nen quark daher? – oje, oje :(

  8. 8 Difficult is Easy 20. Januar 2009 um 20:59 Uhr

    wenn ich zwischen völkischen nationalisten israelsolidarischer prägung und denen nicht-israelsolidarischer prägung wählen müsste, würd ich exmatrikulieren.

    @kuchen:
    erzähl doch mal mit welchen argumenten und bestimmungen deines antisemitismusseminars du zufrieden warst. ich will mal wissen ob in dem teil des seminars noch mehr quatsch erzählt wurde (und diesmal von seiten des lehrenden).
    wieso schreibste eigentlich nicht (rechts)deutsche oder is das ja gleich mit im begriff deutsch drin, weil bodymind und so und weshalb überhaupt der gegenstandswechsel zur staatsangehörigkeit der studierenden? weisste überhaupt was die leute, die die von dir beanstandeten passagen äußerten, sonst so meinen?
    und zu guter letzt: irgendein massenmord muss ja die top-position in der geschichte einnemhmen. was macht den holocaust so besonders (ich nehme an, mit der einfachen erklärung, jeder massenmord habe halt charekteristika, is es bei dir nich getan, du siehst da noch ne ganz besondere qualität)?

  9. 9 kuchen 21. Januar 2009 um 1:56 Uhr

    Könnte ich natürlich alles machen, nur da das ein reiner Pöbelblogeintrag war, der letztlich noch auf zu viel Rotweinkonsum an selbigen Abend zurückzuführen ist, seh ich dafür keine große Notwendigkeit. Ob deren Aussagen nun darauf zurückzuführen waren, dass die einfach unglaublich deutsch waren – was auch immer das bedeuten soll – mag ich nicht weiter zu bestimmen, da ich ehrlich gesagt schon etwas länger darüber hinaus bin, irgendwelche Verhaltens- oder Argumentationsweisen auf eine spezifisch deutsche Mentalität zurückzuführen.
    Ansonsten gehe ich jetzt erstmal schlafen…hartes Studentenleben und so.

  10. 10 Difficult is Easy 22. Januar 2009 um 9:41 Uhr

    bei nachfragen das lipstickmanöver fahren…
    dann is eben alles unfug, was du geschrieben hast, bis evtl. die schilderungen der aussagen der mitstudenten.
    was denn nun richtiges über antisemitismus gesagt wurde, würd mich immer noch interesieren. du hast doch mitgeschrieben?

  11. 11 kuchen 22. Januar 2009 um 13:08 Uhr

    Ich schreibe in der Uni nur mit, wenn es ausdrücklich verlangt wird und am Ende als Studienleistung dient oder ich es für notwendig ansehe…also nein…meine Mitschriften im Antisemitismus-Seminar beschränken sich auf kleine, lustige Strichmännchen und abstrakte Zeichnungen.
    Exemplarisch aus der letzten Sitzung war z.B. die immer wieder aufgekommene Behauptung, dass eine Person wie Adolf Eichmann eigentlich gar kein Antisemit war, sondern nur den (woher auch immer stammenden) Drang hatte, Befehle so perfekt wie möglich auszuführen. Es wurde dabei auf das Gerichtsverfahren in Israel verwiesen, wo Eichmann selbiges immer wieder behauptete und seinen Perfektionsdrang dort auch auf recht perfide Weise vorlebte.
    Unser Dozent hat dann richtigerweise darauf verwiesen, dass man erstmal vorsichtig sein sollte, wenn man sich die Argumentation von NS-Tätern zu eigen macht und dann vor allem auf die (zum Zeitpuntk des Gerichtsverfahrens noch nicht erschienenen) Sassen-Interviews verwiesen, aus denen eindeutig hervorgeht, dass der Eichmann ein fanatischer Antisemit war und nicht nur irgendeinem Ordnungsdrang folgte:
    „Hätten wir 10,3 Millionen Juden getötet, dann wäre ich befriedigt und würde sagen, gut, wir haben einen Feind vernichtet. […] Ich war kein normaler Befehlsempfänger, dann wäre ich ein Trottel gewesen, sondern ich habe mitgedacht, ich war ein Idealist gewesen.“

    Weiter wurden dort keine Bestimmungen im Seminar gemacht, sondern verschiedene Texte gelesen, die den Anspruch hatten Antisemitismus zu erklären (Konrad Hecker war nicht dabei, also tut mir Leid, die GSP-Antisemitismuserklärung hat leider keinen Einzug gefunden) und im Anschluß auf ihre Stichhaltigkeit diskutiert (sofern das bei 1. Semester SoWi-Studenten möglich ist). Da ich bei den letzten Veranstaltungen (bis auf der am Montag) gefehlt habe, kann ich das nur für die Sitzungen davor sagen, aber die dort vorgestellten (älteren) Vorurteilstheorien wurden vom Dozenten in mir korrekt erscheinender Weise kritisiert und die Unzulänglichkeiten zur Erklärung von Antisemitismus herausgestellt. Wie das im Einzelnen aussah, kann ich dir aufgrund nicht vorhandener Aufzeichnungen nicht darlegen, aber wenn dich das wirklich so brennend interessiert, kann ich gerne kurz auflisten, welche Texte im einzelnen behandelt wurden.

    Ansonsten kann ich gut damit leben, wenn du mein Geschreibsel als Unfug ansiehst.

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