Der Nationalsozialismus und seine demokratische Bewältigung

»Auch für sie [Helma Orosz, Oberbürgermeisterin Dresdens; kuchen] scheint die Anzahl der Toten eine untergeordnete Rolle zu spielen. ‚Durch die Arbeit der Kommission bekommen die Opfer ein Gesicht und einen Namen. Hinter jedem einzelnen Opfer steht ein Schicksal und unendliches Leid und diesen gilt es zu Gedenken.‘ In dieser fortschreitenden Personalisierung des Gedenkens im Sinne des Trauerns will Dresden also offenbar keinen Unterschied mehr machen: jedes einzelne Opfer bedeutet unendliches Leid – und da ist es egal, ob es sich nun um einen SS-Offizier, einen Waffenfabrikanten, einen Soldaten oder eines der wenigen in Dresden noch lebenden halbjüdischen Kinder handelt. Als Opfer sind alle gleich, davon ist man beim Dresdner Gedenken tatsächlich bis heute überzeugt.« (Ehl, Sylvia: Das Dresdner Finale. In: Phase 2 ~30. Die F-Skala. Zur Relevanz des Faschismus. Ausg. 30, 2008)

Aus einem Artikel in der neuen Phase 2 zur Historikerkommission in Dresden über die allierten Luftangriffe im 2. Weltkrieg.