Apologeten des Untergangs

In der Panik wird sich die falsche Gesellschaft ihres eigenen Widersinns inne, allerdings in einer nur noch verrückteren Form, einer Form, die das bankrotte Kalkül der Ökonomie vermittels des Wahns der Politik zu therapieren verspricht, tatsächlich zu überbieten sucht: der Form eines paranoiden Souveräns, der den Triumph des Willens über den kapitalen Sachzwang beschwört und so gerade die »Angst vor dem Chaos« (Joachim Schumacher) schürt, darin die Flucht nach vorn anpeitscht und so den autoritären Staat provoziert, den Ausnahmezustand, d.h. auf die ursprünglich faschistische Situation: Denn nichts anderes ist der »Preis des Marktes« als das politisch, vermittels des Gewaltmonopols auf Leben und Tod erzwungene Opfer der Individuen.

Wenn die Wirtschaftsexperten meinen, dass »das Finanzsystem sich derzeit mit einem menschlichen Körper vergleichen lässt, in dem alle Organe das Blut, das sie gerade angesammelt haben, bei sich behalten und nur noch wenig in den Kreislauf abgeben« (FAZ, 6. Oktober 2008), dann steckt hinter dem elenden Gedankenbildchen vom Geld als dem Blut der Wirtschaft die Drohung, dass Blut fließen wird und muss, um die Gesellschaft ins Kapitalverhältnis einzusperren.

Die Gesellschaft des Spektakels dagegen bestaunt ihren eigenen Ruin und ihre Katastrophe nach Maßgabe des »Börsenbarometers«, wie die Büffel, die sich freuen, dass der Souverän die Zertifikate garantiert, die sie auf die Risiken ihrer eigenen Verwurstung halten.

(Quelle: http://jungle-world.com/artikel/2008/43/27221.html)

Tieferer Sinn, dass ich das hier poste? Eigentlich keiner, fand das nur sprachlich ganz nett.