Archiv für September 2008

Ähm…ja…

Ich muss ja gestehen, dass ich eine gewisse Affinität zu trashigen Kochshows zeige. So gucke ich mir von Montag bis Freitag, sofern es mein Terminkalender zulässt, die Trinität trashiger Kochshows im Abendprogramm an: Fast-Food-Duell, Perfektes Dinner und Unter Volldampf.
So auch gerade und da ist, wie ich finde, doch bemerkenswertes geschehen.
Nun kommt es durchaus häufiger vor, dass das Perfekte Dinner einen Vegetarier präsentiert, meistens eher derlei Sorte, wo man sich fragt, warum sie sich eigentlich so bezeichnen. Eigentlich sah es so aus, als ob diese Woche vegetarierfrei werden würde. Aber weit gefehlt. Fabio (32, Referendar für Deutsch und Geschichte) wollte mit einem italienischen Menü imponieren, was ihm auch scheinbar gelang. Der nicht weiter erwähnenswerten (vegetarischen) Vorspeise folgte dann Rinderfilet als Hauptgang. Für Omnivor essende Menschen sicherlich eine Delikatesse und wohl auch fachmännisch zubereitet.
Am Ende des Gangs beeindruckte Alessa (24, Studentin) mit der Aussage, sie habe gerade ihr erstes Rind gegessen. Der geneigte Zuschauer (und ihre Kochgegnerschaft) ist natürlich verwirrt: Wie schafft man es 24 Jahre um Rindfleisch drumrum zu kommen? Vegetarierin ist sie ja scheinbar nicht, sonst würde sie ja logischerweise das Rinderfilet nicht verspeisen. Im „Off“-Kommentar wurde das Rätsel dann gelöst. Alessa hat scheinbar, nach 24 Jahre Vegetariertum, beim perfekten Dinner einfach mal spontan ihr Vegetarierdasein aufgegeben, weil sah halt so lecker aus und hat so lecker geschmeckt, dass sie das jetzt auch beibehält…ähm…ja. Schleust die CMA jetzt schon Kandidaten beim Perfekten Dinner ein? :D

Mit Freud in die Feuchtgebiete oder so ähnlich…

In diesem Rückzug auf den eigenen Körper aus einer als unbefriedigend erlebten Umwelt, hier die Familienverhältnisse, auf die Helen keinen Einfluss hat und in der sie nichts bewirken kann, sehe ich einen der Gründe für den Erfolg des Romans. Er trifft offenbar einen Nerv und bietet einen Entwurf an, wie man frustrierenden (gesellschaftlichen) Verhältnissen begegnen kann. Der eigene Körper wird als Insel für Befriedigungen vorgeschlagen, die man buchstäblich selbst in der Hand hat, wenn – wie Helen sagt – alles sinnlos ist und man nichts kontrollieren kann. Dieser Entwurf schlägt allerdings nichts anderes vor als der Schönheits- und Hygienekult auch, gegen den der Roman angetreten ist. Er idealisiert den Rückzug auf den (schmutzigen) Leib, jener den auf den (hygienisierten oder künstlich geschönten) Körper.

(via beatpunk)

Irgendwie bin ich nach dem Text aber auch kein Stück schlauer, ob man das nun gelesen haben sollte oder nicht…ich lass es vorerst einfach mal bleiben. :o

Happa Happa

Als Veganer hat man das nicht immer leicht, v.a. wenn man ungern (d.h. gar nicht) so argumentiert wie seine vermeintlichen Gesinnungsgenossen; dann mögen einen nämlich weder Veganer noch Anti-Veganer.
Dennoch habe ich gerade freudig festgestellt, dass die Tierbefreiungs-Soli-Vokü im Café Knallhart aus der Sommerpause zurück ist (gut, beim Schanzenfest waren die auch, aber da war ich nicht :D ).
3€ für den irakischen Widerstand (oder halt irgendeinem anderen Tierbefreiungstralala) und dafür all you can eat (was im Gegensatz zum bundesdeutschen Vokü Durchschnitt sogar lecker ist) und danach noch sterbenslangweilige Filme über die ALF. Wenn das man nichts ist. Samstagabendbeschäftigung deluxe!

Haben muss…

…und zwar das da:

Der Konsum der Romantik: Liebe und die kulturellen Widersprüche des Kapitalismus

Zu den kulturellen Widersprüchen, die den Kapitalismus kennzeichnen sollen, gehört der Gegensatz von romantischem Liebesideal und der kalten Welt der Ökonomie. Das in den USA preisgekrönte Buch zeigt dagegen auf, inwiefern die beiden Sphären sich längst wechselseitig beeinflussen und ineinander übergehen: So, wie die Konsumsphäre in wachsendem Maße auf die Erzeugung romantischer Gefühlszustände abzielt, so geraten die Intimbeziehungen immer stärker in Abhängigkeit von der Inszenierung und dem Erlebnis des Konsums. Die kollektive Utopie der Liebe, einst als Transzendierung des Marktes idealisiert, ist im Prozess ihrer Verwirklichung zum bevorzugten Ort des kapitalistischen Konsums geworden.

Gefühle in Zeiten des Kapitalismus: Frankfurter Adorno-Vorlesungen 2004

Wer in diesem Buch die Annahme bestätigt bekommen möchte, dass der Kapitalismus zu einer distanzierten, kühlen und unemotionalen Welt geführt habe, in der sich ökonomisches Handeln und das Reich der authentischen Gefühle unversöhnlich gegenüberstehen, wird sich verwundert die Augen reiben. Die israelische Soziologin Eva Illouz geht vielmehr von der These aus, dass die Kultur des Kapitalismus eine intensive emotionale Kultur ausgebildet hat: am Arbeitsplatz, in der Familie und in jeder Form von sozialen Beziehungen. Und sie geht weiter: Während ökonomische Beziehungen immer mehr und immer weitgehender durch Gefühle bestimmt werden, gilt für das Reich der Gefühle das Umgekehrte: Sie werden ihrerseits durch eine Ökonomisierung geprägt, die von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Trennung das Gefühlsleben reguliert. Dieses wird in immer deutlicherer Weise geprägt durch Verhandlungen, Austausch, Investitionen und Eigenkapital. Wer hat noch nicht davon gesprochen, etwas in eine Beziehung zu investieren? Illouz fasst dieses eigentümliche Verhältnis als emotionalen Kapitalismus und geht ihm in verschiedenen Feldern nach. Sie untersucht die neue Form der Gefühle im Internet-Chat und in Partnerbörsen, in Lifestyle-Magazinen und in Filmen, nimmt aber auch jene Berufsgruppe in den Blick, die aus den Irrungen und Wirrungen der Gefühle ihr Kapital zieht: die klinischen Psychologen.

So sieht das aus!

Freitagabendbeschäftigung?

Ich glaubs selber noch nicht, aber ich hab Freitag doch tatsächlich die Auswahl zwischen 3 2 verschiedenen Beschäftigungen:

Ich grübel da mal weiter drüber…

Phase 2 ~29

Juchei. Angekommen. Themenschwerpunkt USA. Endlich mal wieder mit der stars & stripes Flagge wedeln beim Lesen. Wie? Da kommt auch Kritik an den USA? Egal. Weiterwedeln!